|
Auf der Suche
nach interessanten Wandgestaltungsmöglichkeiten sind die Wohnengel
auf die traditionelle italienische Glättetechnik Stucco Veneziano
gestoßen. Diese besonders aufwendige und edle Wandverschönrung
hat die Engel so sehr begeistert, dass sie sich gleich Fachmann
Ludger aus dem Paint Quality Institut zu einem schnell Lehrgang
für Engel eingeladen haben. Gemeinsam wollen die drei eine
Holzplatte mit der ursprünglich aus Venedig stammenden Wandgestaltungstechnik
bearbeiten.
|
|
Da sich Ludger und die
Engel bei der Demonstrationsplatte für eine Gestaltung des
in pompejanisch-rot entschieden haben, klebt Ludger bevor es weiter
geht erst mal mit Kreppband rund um die Platte einen Rahmen ab.
Der später weiß bleibende Rahmen erzielt zum einen einen
optisch sehr wirkungsvollen Effekt und lässt die Platte besonders
edel erscheinen. Aber auch bei der Gestaltung an der Wand empfiehlt
es sich zur Decke hin einen Rand zu lassen, dass vereinfacht die
Verarbeitung.
|
|
Jetzt wird die erste
Schicht Spachtelmasse „Stucco Fondo“ aufgetragen. Das ist eine mineralisch
gebundene Kalk-Granit-Mischung. Dazu gibt Ludger den Engeln einen
Japanspachtel. Mit einer Glättekelle ginge es auch. Mit dem
Spachtel eine kleine Menge Spachtelmasse auf die Platte geben und
dann den Japanspachtel leicht schräg ansetzen und die Masse
auf der Platte vollflächig und ganz dünn aufgetragen.
Dabei ist wichtig, dass keine Kanten oder Rillen entstehen. Das
Ganze muss dann erstmal zwischen einer und fünf Stunden trocknen,
je nach Auftrag.
Die Fläche wird
nach der Trocknungszeit mit 320er Schleifpapier abgeschliffen, dann
wird eine zweite Schicht Stucco Fondo aufgetragen. Auch diese muss
erst wieder trocken, bevor die Platte noch mal mit 320er Schleifpapier
behandelt wird. Und nicht vergessen regelmäßig den Staub
gründlich wegwischen!
Falls jetzt noch Unebenheiten
da sein sollten, kommt noch eine dritte Schicht Stucco Fondo drauf,
aber in der Regel genügen zwei Durchgänge. Darüber
sind die Engel ganz froh, denn sie sind vor lauter Spachteln und Schleifen
schon ganz aus der Puste und noch hält sich der optische Effekt
dezent zurück.
|
|
Das wird sich schon beim
nächsten Arbeitsschritt ändern, denn nun folgt der erste
Auftrag in Farbe. Stucco Veneziano, eine Spachtelmasse auf Löschkalk-
und Marmormehlbasis, ist an der Reihe. Es gibt sie in verschiedenen
Farbtönen fertig zu kaufen. Die Engel wählen für
ihre Demoplatte die Spachtelmasse in pompejanisch-rot, wie gesagt
das wirkt besonders edel.
Jeder Engel erhält
von Ludger einen zweiten Japanspachtel. Der Auftrag der Masse erfordert
ein bisschen Übung. Zunächst wird der Stucco Veneziano
aufgestrichen, aber damit ist die Schicht noch zu dick. Also wird
was zuviel ist in einem zweiten Schwung im 90-Grad-Winkel wieder
abgezogen und am zweiten Spachtel abgestreift. Also einmal längs,
einmal quer arbeiten. Auftragen und wieder abziehen. Dabei bearbeitet
man im ersten Durchgang die Platte nicht flächendeckend, sondern
lässt Lücken frei, so dass nur ca. drei Viertel der zu
bearbeitenden Fläche mit der Spachtelmasse versehen werden.
Nach dem Trocknen wird auch dieser Putz mit 600er Schleifpapier
abgeschliffen und zwar überall dort, wo kleine Unebenheiten
sind.
Wenn die Fläche
wieder staubfrei ist, kommt die nächste Schicht drauf, genau
wie beim ersten Mal, allerdings sind jetzt die Stellen dran, die
vorher noch weiß geblieben sind. Besonders die Ränder
werden in diesem Auftrag gründlich ausgespachtelt, so dass
es später einen schönen Abschluß zum Rahmen gibt.
Hier arbeitet man ein bisschen nach Gefühl. Anschließend
heißt es wieder schleifen, wieder säubern, und dann kommt
eine letzte Schicht Stucco Veneziano, die anschließend mit
1200er, also sehr feinem Schleifpapier, abgeschliffen wird.
|
|
Uff! Die Engel sind erschöpft!
Aber nein, noch nicht fertig! Jetzt heißt es Endspurt, den
zum Schluss wird noch mit dem Spachtel poliert. Damit dabei keine
Dellen in die hart erarbeitete Fläche kommen, feilt Ludger
die Kanten des Spachtels mit Schleifpapier ab. Damit weiß,
mit welcher Seite des Spachtels er die Wand behandeln darf, macht
er sich eine Markierung mit Klebeband. Die Seite, von der aus er
die Kanten von sich weg glatt geschliffen hat, darf an die Wand.
Die andere zeigt zu ihm nach vorne.
Jetzt erscheint endlich
der wohlverdiente Lohn für die Mühen. Ludger und die Engel
beginnen sich noch während des Polierens regelrecht in der
Platte zu spiegeln. Die Platte glänzt und sieht aus wie Marmor.
Ludger zieht noch das Kreppband ab. Der weiße Rand steigert
tatsächlich die edle Wirkung tatsächlich noch. Die Engel
sind begeistert und die Anstrengung ist wegen des hinreißenden
Ergebnisses sofort vergessen.
Übrigens: Angesichts
des Aufwands verwundert der auch stolz anmutende Preis nicht den
ein Profi für den Quadratmeter berechnet: Zwischen 120 und
200 Euro muss man hier anlegen - aber dafür hat man auch etwas
besonders schönes.
|
Mehr
Bilder in einer traumhaft großen Ansicht gibt es hier
>>>
|